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Kornelkirschen-Marmelade

Die Vorzüge einer Hecke mit einheimischen Gehölzen sind bereits beschrieben. Hier soll nun die Kornelkirsche vorgestellt werden, die ungiftige und essbare Art des Hartriegels. Sie wird leicht 4 m hoch, kann aber nach Belieben geschnitten werden. Starke Zweige davon wurden früher gerne zu Spazierstöcken verarbeitet. Die Inhaltsstoffe der Früchte reinigen laut Hildegard von Bingen Magen und Darm. Der Strauch blüht von Februar bis April schon vor den Blättern. Dabei ist er von tausenden kleinen, goldgelben Blüten übersät, die einen schwachen Honigduft abgeben. Er ist daher eine besonders wichtige Bienennährpflanze, Vögel finden darin Schutz und werden im Herbst durch die Früchte ernährt. In diesem Jahr trägt die Kornelkirsche reichlich Früchte, so dass auch wir unseren Teil davon abzweigen können. Besonders erfreulich ist, dass ich niemals Schädlinge an den Früchten entdeckt habe, das Verlesen nimmt daher kaum Zeit in Anspruch. Sehr lecker finde ich die:

Kornelkirschenmarmelade  

1 Schüssel sehr reife Kornelkirschen ernten und waschen, von den Stielen befreien. Mit etwas Wasser ca. 10 Minuten aufkochen, bis sie geplatzt sind, durch ein Sieb streichen oder mit Hilfe der „Flotten Lotte“ von den Kernen trennen. Das Mus abkühlen lassen, abwiegen und mit Gelierzucker 2:1 vermischen, d. h. wiegt das Mus 1000 g, dann mit 500 g Zucker vermischen. Nach Beschreibung auf der Zuckerverpackung zu Marmelade einkochen, in sterilisierte Gläser abfüllen, verschließen und für 1 Minute kopfüber luftdicht konservieren.

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Ich hatte heuer das Glück, von einem übervollen Pfirsichbaum saftige süße Früchte zu bekommen. Davon habe ich einige geschält, püriert und zusammen mit etwas von unserem selbstgemosteten 2021-er Apfelsaft unter das Mus gemischt. So kann man den Geschmack nach Belieben variieren. Die Zuckermenge muss dem neuen Gewicht entsprechend angepasst werden.

Wer`s lieber etwas pikanter mag, kann aus dem Mus auch ein Chutney anfertigen. Dazu ein paar Zwiebeln, etwas Knoblauch, Paprika, Chilis (nach Geschmack) und Ingwer in Streifen schneiden bzw. zerkleinern, in etwas Olivenöl andünsten, mit etwas Essig abschmecken, mit Salz, Kreuzkümmel, Pfeffer, Curry etc. würzen, aufkochen und wie oben beschrieben abfüllen und konservieren. Das Chutney schmeckt zu Käse, Fleisch oder als Brotaufstrich.

 

Viel Freude mit Ihrer Hecke, viel Spaß beim Ausprobieren und guten Appetit

 

Kerstin Dirsch, Kräuterpädagogin